Gschichten ausm Paulanergarten!

-richtig, denn was ich hier bei meinem Job als Kellner alles erlebe, kommt mir teilweise wirklich vor, wie in der Werbung. Momentan arbeite ich ja nur am Wochenende im Restaurant, zwei Mal eine Doppelschicht. Zwar ist das total anstrengend, aber auch wirklich abwechslungsreich: Wie drei 18-20 jährige, bewaffnet mit Prada-Handtaschen, iPhone und Papa’s Kreditkarte zu Mittag essen. Oder wie unsere Gäste aus Saudi-Arabien an getrennten Tischen von Ihren Frauen sitzen (ebenfalls schätzungsweise mein Alter) und sich dann darum streiten, wer die 150$-Rechnung zahlen darf.

Am Ende bleibe ich da doch lieber diskret im Hintergrund. Hauptsache das Trinkgeld stimmt.

Während der Woche ist mein Beruf nicht ganz so spannend – den ganzen Tag spiele ich dieses asiatische Videospiel, das noch voller Fehler ist, die wir aber nicht verbessern dürfen, da am Freitag Abgabeschluss ist. Jedoch sind meine Kollegen super nett, wir haben einen Pausen-Kicker und arbeiten dort an unseren fußballerischen Fähigkeiten. Und natürlich werde ich mir das Spiel Ende diesen Jahres dann doch kaufen: Schließlich habe ich daran mitgearbeitet. Von Zeit zu Zeit, so auch heute, finde ich nämlich einen wirklich einschlagenden Fehlen, der dann auch verbessert wird. Das zu sehen, fühlt sich doch ziemlich gut an.

Insgesamt geht es mir also durchaus prächtig. Auch das Wetter wurde in den letzten Tagen besser und so war ich heute auch mal wieder laufen. Nur wenige Minuten von meiner Wohnung entfernt gibt es einen wunderbaren Park am St. Lorenz-Strom, in dem man Fische, Vögel und sogar Schildkröten aus nächster Nähe sehen kann. Nur ins Wasser sollte man vielleicht nicht gehen: so wurde in den Stromschnellen vergangene Woche eine Leiche entdeckt, vermutlich ein übermutiger Angler, und die Untersuchungen der Polizei sahen wirklich genauso aus wie in bekannten Krimiserien.

Insgesamt arbeite ich hier also eine ganze Menge, aber die Erlebnisse sind dennoch einfach unvergleich- und hoffentlich auch unvergesslich. Mal sehen, was morgen so passiert.

 

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