Zeitreisen!

Moncton, New Brunswick – eine wirklich kleine Stadt im Osten Kanadas und der aktuelle Stop auf meiner Reise. Ich wohne hier in einem sehr familiären Hostel im Zentrum, mit täglich wechselnden Mitbewohnern und es ist immer irgendetwas los. Als Freiwilliger muss ich einige Stunden pro Tag arbeiten, mache Betten, richte das Frühstück her, nehme Reservierungen entgegen, begrüße die Gäste und staubsauge die Zimmer. Zugegeben, das sind alles nicht wirklich meine Lieblingsbeschäftigungen, aber immerhin darf ich hier kostenlos übernachten und ich muss den Großteil meines Essens nicht selber bezahlen.

Eigentlich bin ich aber ja aus einem ganz anderen Grund hier: Vor einigen Jahren verbrachte ich bereits ein Semester auf der “Moncton High School”, kenne den Ort also gut. So viele Erinnerungen kamen hervor, als ich durch die Straßen lief, alte und neue Geschäfte entdeckte und seltsam bekannte Orte wiedersah. Zunächst ging ich an meiner alten High School vorbei, heute in einem anderen Gebäude untergebracht und bereits leicht eingestaubt, dann entlang meines Schulwegs, wo ich mich plötzlich wirklich in der Zeit zurückversetzt fühlte. Ich klopfte an der Haustür meiner Gastfamilie und auch wenn ich mich bereits angekündigt hatte, war meine Gastmutter dennoch überrascht, mich plötzlich dort zu sehen. Wir tranken einen Tee, redeten lange und ich besichtigte die Wohnung – wo alles seltsam beim alten geblieben zu sein scheint. Selbst die Gerüche waren die Selben und deren Hund kann ich immer noch nicht leiden.

Ein wenig aufgeregt war ich auch davor, meine beste Freundin aus meiner Kanada-Zeit wiederzusehen. Natürlich sind wir immer in Kontakt geblieben, doch ich wusste ja nicht, was sich trotzdem verändert hat. Jetzt bin ich einfach unheimlich froh, dass wir uns bereits zwei mal hier getroffen haben und sich alles einfach genauso anfühlt, wie es damals war.

Meine letzte Unternehmung war auch der Grund, weshalb ich hier unbedingt rechtzeitig ankommen musste: Das Schuljahr endete bereits vergangenen Freitag und ich wollte die Chance nutzen, einfach mal in der Schule vorbeizuschauen. Nachdem sich die Anreise zwar etwas schwierig gestaltet hatte, war der Vormittag dann trotzdem fantastisch – ich traf ein paar alte Freunde wieder und unterhielt mich auch mit meinen ehemaligen Lehrern. Insbesondere diejenigen erneut zu treffen, die mich rückblickend persönlich beeinflusst haben und auf deren Unterricht ich nun eine ganz andere Sicht bekommen habe, machte den Zwischenstop bereits jetzt zu einer richtigen Entscheidung.

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