In die Hauptstadt!

Die erste Etappe meiner Reise hatte ich bereits ziemlich gut geplant: Meine Kollegin, auf dem Heimweg nach Rimouski, Québec, nahm mich mit bis nach “Rivière-du-Loup”, wo ich ein Hostel gebucht hatte. Auf dem Weg machten wir Halt bei der längsten bedeckten Brücke der Welt, fuhren aber ansonsten fast den ganzen Tag durch. Die Unterkunft am Abend war zwar schön und sauber, aber hatte keine echte Hostel-Atmosphäre und ich ging damit früh ins Bett.

Am nächsten Morgen musste ich erstmal ein ganzes Stück laufen, bis ich zur nächsten Autobahnauffahrt gelangte. Hier wartete ich also auf eine Mitfahrgelegenheit, mein Schild mit “Montréal” in meiner Hand. Auf diesem Teil meiner Reise hatte ich etwas weniger Glück und brauchte für die eigentlich nur vierstündige Reise insgesamt fünf verschiedene Mitfahrgelegenheiten.

Angekommen in Montréal nahm ich dann die U-Bahn ins Stadtzentrum und alles fühlte sich gleichzeitig seltsam vertraut und doch fremd an. Ich machte einen Halt bei meiner alten Arbeitsstelle, der Pizzeria, und grüßte meine Kollegen. Danach sah ich mir noch das “Just for Laughs”-Festival an, ein zweiwöchiges kostenloses Comedy-Event, mitten im Stadtzentrum. Ein wenig erschreckend fand ich, wie mein großer Rucksack niemanden zu stören schien und ich dann ohne weitere Kontrolle in die Menschenmenge gelassen wurde.

Die Nacht verbrachte ich in der neuen Wohnung eines Montréaler Freundes, ganz feudal auf der Luftmatratze. Am Abend fand ein großes Feuerwerk zum Abschluss des Festivals statt und dann ging ich erneut früh ins Bett, denn am nächsten Tag wollten wir gemeinsam nach Ottawa aufbrechen. Einige Freunde hatten einen Mietwagen besorgt und wir teilten die Kosten in die Hauptstadt, wo wir den ganzen Tag mit Sightseeing verbrachten. Die Tickets für das Parlament waren leider schon vergriffen, aber wir machten eine Kanutour auf dem Kanal und sahen die Schleusen. Wir verabschiedeten uns am Abend und ich verbrachte die Nacht im Backpacker-Hostel. Auch den nächsten Tag schlenderte ich durch Ottawa, wollte jedoch am Nachmittag unbedingt die Herberge wechseln:

Ich zog also um – in das “Ottawa Jail Hostel”, das tatsächlich bis in die 70er Jahre ein Gefängnis war und zu großen Teilen auch noch genauso aussieht wie damals. Ein insgesamt sehr gruseliger Ort, ich durfte in einer echten Zelle schlafen (bzw. im ehemaligen Kranken-Trakt!) und sogar den Galgen konnte man besichtigen. Ich war nur glücklich, dass ich dann gut schlafen konnte, denn nachts durch ein Gefängnis zur Toilette zu schleichen schien mir verdammt unheimlich.

Von Ottawa aus hatte ich für den nächsten Tag online eine Mitfahrgelegenheit nach Toronto gebucht, wo ich auch die Nacht verbringen werde. Der Beginn eines langen Roadtrips Richtung Vancouver – Ich bin schon sehr gespannt auf meine Mitreisenden!

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