Wildcampen!

Meine Reise quer durch Kanada begann bereits früh morgens in Ottawa, denn im Internet hatte ich eine Mitfahrgelegenheit gefunden, die mich von dort bis nach Toronto bringen sollte. Die Fahrt war zwar etwas merkwürdig, aber brachte mich immerhin zum Ziel und angekommen fuhr ich dann mit Bus und Bahn in die Innenstadt, wo ich in einer wunderschönen airbnb-Unterkunft übernachtete. Die Wohnung war gut gelegen, das Bett gemütlich, die Leute nett und meine Vermieterin hatte sogar schonmal – was ein Zufall – für ein Jahr in Koblenz gelebt. Wir hatten also eine Menge Gesprächsthemen!

Leider konnte ich aber nur kurz vor Ort bleiben, denn am nächsten Morgen fuhr ich schon um vier Uhr los zum Flughafen, wo ich auf eine weitere Mitfahrgelegenheit wartete. Mit Kelly, einer malaiisch-stämmigen Kanadierin und zwei weiteren Deutschen machte ich mich also auf den Weg. Einmal durch Kanada in nur sieben Tagen. Los ging es durch Ontario, mit einem kurzen Badestop im Lake Superior, bis wir dann das erste Mal unsere Zelte aufschlugen. Ganz klassisch, nicht weit von der Autobahn entfernt, mitten im Nirgendwo, wurden wir durch einen fantastischen Blick auf die Sterne belohnt, den man so einfach nur abseits der Städte bewundern kann.

Am nächsten Morgen machten wir dann Halt im “Lake Superior Provincial Park”, wo wir wanderten und uns Jahrhunderte alte Malereien ansahen. Später badeten wir erneut im Lake Superior, dem größten Süßwassersee der Welt, der uns während der ersten Tage unserer Reise ständig begleitete. Danach kamen wir in White River vorbei, dem Ort, aus dem der echte “Winnie the Pooh” stammte und fuhren dann bis spät in die Abenddämmerung hinein durch Ontario. Mir war zwar etwas unwohl wegen des vielen Wildes, wir kamen aber schon bald and einen Rastplatz, wo wir erneut unsere Zelte aufschlugen und uns von der Fahrt erholten.

Vorbei ging es dann an Thunder Bay, wir sahen uns das “Terry Fox”-Monument an und schließlich weiter Richtung Winnipeg. Unsere nächste “Dusche” fanden wir direkt neben einem Rastplatz, denn die Seen wurden immer schöner, einsamer – und auch kälter. Die langen Strecken ohne jegliche Zivilisation kamen mir richtig kanadisch vor und von Zeit zu Zeit konnte man sogar einen Adler sehen, der über uns hinweg flog. Später ließen uns die netten Besitzer einer kleinen Farm in ihrem Garten zelten und der Abend wurde richtig schön, obgleich wir doch von den Mosquitos gejagt wurden und die Nacht sehr frostig war.

Angekommen in Winnipeg besuchten wir am nächsten Morgen daraufhin die kanadische Münzprägerei “The Royal Canadian Mint” und dann ging es in den “Riding Mountain National Park”, wo ich mich erstmal ein wenig ausruhen musste. Zudem hatte ich mir bereits in Ottawa das neue Harry Potter-Buch besorgt und davon konnte ich einfach nicht loslassen.

Die Nacht war zwar kurz und kalt, aber am nächsten Tag ging es dennoch weiter nach Vancouver. Die Hälfte des Weges hatten wir bereits geschafft, aber noch 2000 Kilometer lagen vor uns.

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