Frühstück mit dem Grizzlybär!

Irgendjemand war auf die Idee gekommen, früh aufzustehen. Zugegeben, wir hatten noch eine beachtliche Strecke vor uns, aber nach einer durchfrorenen Nacht war meine Motivation um sechs Uhr leider doch minimal. Im Nachhinein hat sich die Aktion dann aber trotzdem gelohnt, denn in der Morgendämmerung waren bereits einige Tiere unterwegs: Wir sahen einen Elch beim Frühstück im See, einen Wolf beim Spaziergang und sogar eine Schwarzbärenmutter, die ihre beiden Jungen herumführte. Nachdem wir ganz viele Fotos gemacht hatten, fuhren wir dann weiter und verbrachten den gesamten Tag in den “Planes”. In den sogenannten “Prairie”-Provinzen, also Manitoba und Saskatchewan, gibt es wirklich nichts außer riesigen Feldern und einigen Ölplantagen zu sehen – und einmal wohin man blickt nur Flachland zu erblicken, war schon ein beeindruckendes Erlebnis. Am Abend kamen wir dann in Alberta an und ich empfahl meinen Mitreisenden, diesmal einen Campingplatz anzusteuern, denn das Wetter sollte sich verschlechtern. Glücklicherweise glaubten sie mir und wir bauten unsere Zelte im Unterstand des Platzes auf, denn ab Mitternacht regnete es unermesslich und der Himmel wurde wirklich von hunderten Blitzen erhellt.

Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter dann ein wenig beruhigt und wir fuhren weiter in den “Dinosaur Provincial Park”. Wir wanderten ein wenig in “Kanadas Grand Canyon” und stoppten danach nur noch einmal in einem Ureinwohner-Dorf, bevor wir in Calgary ankamen. Wir füllten unsere Vorräte auf und campten abends im “Morley Reserve”, ebenfalls ein einheimischer Stammesgrund.

Auch wenn ich mittlerweile schon ziemlich fertig war, konnte ich bei fünf Grad Kälte sowieso nicht schlafen und wir brachen bereits vor Sonnenaufgang erneut auf, diesmal in die Rockie Mountains. Wir sahen die Berge golden glänzen und beobachteten am Gletschersee “Lake Minnewanka” erneut einen Bären beim Frühstück. Am Besucherzentrum in Banff aßen wir dann zunächst selbst, trockneten unsere Zelte und brachen schließlich zur ersten Wanderung des Tages auf. Wir gingen den “Beliebtesten Weg Kanadas”, durch den Johnston Canyon und waren trotz der schönen Natur doch nicht allzu sehr begeistert, da wir von tausenden, hauptsächlich asiatischen Touristen begleitet wurden. Umso schöner war es dafür am Ufer des “Moraine Lake” und später am “Lake Louise”, wo wir erneute Essens- und Fotopausen einlegten. Wir unternahmen noch eine Wanderung zum “Spiegelsee”, kochten dann unser Abendessen und entschlossen uns, die Nacht im Auto zu verbringen, da erneut Gewitter gemeldet waren.

Nach dem Aufwachen war am nächsten Morgen zwar noch alles nass, aber wir machten uns dennoch bereits gegen vier Uhr auf den Weg an einen See, um dort den Sonnenaufgang zu beobachten. Letztendlich sahen wir leider nichts, da die Wolkendecke zu dicht war, aber auf dem Rückweg konnten wir am Straßenrand sogar einen Grizzlybären erblicken! Nach erneut vielen Fotos ging unsere Fahrt dann weiter durch den “Glacier Nationalpark” und nach Kamloops, wo wir uns von unseren zwei deutschen Mitfahrerinnen verabschiedeten. Schließlich kam ich am Abend in Vancouver an, wo ich schnell meine Jugendherberge fand und mich völlig übermüdet erstmal ausschlafen musste.

6500 Kilometer – was für eine Reise!

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