Arbeiten auf der Insel – Teil 2

Innerhalb der vergangenen Wochen hier auf Vancouver Island, hat sich langsam aber sicher ein erster Arbeitsalltag eingestellt.

Einige Tage pro Woche fahre ich nun morgens mit dem Bus zu Best Buy, meinem Nebenjob, und verkaufe dort allerlei Arten von Technik. Es ist wirklich erstaunlich, was für unterschiedliche Kunden ich dort zu Gesicht bekomme und gleichzeitig, wie einfach es doch ist, einige der Produkte zu verkaufen. Wo bei der SD-Karte für 40 Dollar jeder Cent abgewägt wird, kaufen sie Apple-Geräte für Tausende, natürlich inklusive einem monatlichem Versicherungspaket und das auf Kredit. So ist es manchmal tatsächlich ein gutes Gefühl, nach der ersten Arbeitsstunde bereits die hohen Verkaufszahlen zu hören, vielleicht liegt das auch am durchaus guten Management, das uns jeden Morgen im Gruppenmeeting zu höheren Zielen animiert und anspornt. Umso schöner ist es dann aber, von einer ehemaligen Kundin gezielt um Hilfe gebeten zu werden, da man sie beim letzten Gespräch eben nicht nur gut be-, sondern ihr insbesondere auch vom absolut überteuerten und unnützen Gerät abgeraten hat.

Doch natürlich mache ich hier auch noch etwas anderes, als nur Elektronik zu verkaufen! Bier zum Beispiel… Denn mein Hauptjob besteht immernoch darin, Regale voller Spirituosen wieder zu füllen und den richtigen Wein zum Abendessen zu empfehlen. Diese Arbeit hat auch einige Nachteile, wie die Zeiten im Kühllager beispielsweise, aber meine Kollegen sind immer nett und ich kann vor allem mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Man sieht zumindest einen ganz anderen Teil der Gesellschaft, denn nach nur wenigen Wochen kenne ich bereits einige meiner Kunden beim Vornamen und weiß genau, welches Produkt sie heute wohl suchen. Anstrengend ist es dann, ständig nach irgendwelchen Ausweisen zu fragen, denn die kanadischen Gesetze sind deutlich strenger als in Deutschland und ich muss hier jeden Kunden unter 30 kontrollieren. Auch Beleidigungen dürfen wir Verkäufer uns da leider teilweise anhören, weil wir betrunkene Stammgästen nicht mehr bedienen können. Zu großes Risiko.
Auch wenn meine Erzählungen vom Job gerade vielleicht nicht danach klingen, habe ich insgesamt daran trotzdem Spaß und genieße meine Zeit. Vielleicht hat das auch damit zu tun, dass ich in meiner Freizeit viel draussen bin, mit meinem Fahrrad umher fahre oder Aufgaben im Garten erledige. Bereits zweimal habe ich auch längere Touren unternommen und mit der Aussicht über das Meer wird einfach alles nochmal besser.
Jetzt bin ich schon seit fünf Monate hier in Kanada, voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Vielleicht mit ein wenig Schlafdefizit, aber auch das kann ich ja irgendwann mal nachholen. Erstmal muss ich jedenfals Kanada sehen und ich freue mich schon darauf, wenn ich wieder etwas Neues entdecken darf. Spätestens im Winter dann!

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