Emerald City

Nachdem ich mich vor Kurzem ja bereits aus der Fähre gemeldet habe, schreibe ich meinen nächsten Beitrag im Zug von Seattle nach Vancouver. Vier Nächte habe ich in Seattle verbracht und dabei mal den “Holiday” Teil meines Working Holiday-Aufenthaltes genossen.
Mit dem Bus kam ich in einer wirklich schönen Jugendherberge an und machte dort zunächst mein Lager im 8-Bett Zimmer bereit. Ich traf daraufhin einige Kanadier mit denen ich am weiteren Abend noch ein wenig die Gegend erkundete und damit war die Anreise auch schon vorbei.
Den nächsten Tag widmete ich daraufhin vollkommen dem Sightseeing: Ich stoppte bei der Steinstatue eines Trolls, besuchte danach völlig zufällig das Hauptquartier der Geocaching-Erfinder, schaute bei der weltbekannten Spaceneedle vorbei und suchte dann Zuflucht vor dem Regen im Besucherzentrum der Melinda & Bill Gates Stiftung. Und es regnet häufig in Seattle – an ganzen 300 Tagen im Jahr. Davon ließ ich mich jedoch bisher nicht entmutigen und fuhr als nächstes zum Pike Place Market, wo ich neben fröhlich singenden und mit ihrer Ware umherwerfenden Fischverkäufern auch den ersten Starbucks der Welt besuchte. Weiter zum Riesenrad, in den historischen Pioneer Square Distrikt und abschließend zum Stadium der Seahawks. Am Abend wanderte ich mit meinen neuen kanadischen Freunden und einer Zimmernachbarin aus Rhode Island zu einem wunderschönen Aussichtspunkt – ganz typisch, natürlich im Regen.
Den nächsten Morgen verschlief ich dann direkt, machte mich aber dennoch gegen Mittag auf den Weg in den Zoo und war dort einer der wenigen Alleinreisenden, neben hunderten Müttern mit ihren Kinderwägen. Nebenbei musste ich auch feststellen, dass eines meiner Kamera-Objektive wohl endgültig das Ende seiner Lebensspanne erreicht hat und somit war dieser Ausflug insgesamt nur semi-erfolgreich. Am Abend jedoch hatte ich zufällig ein Event gefunden, von dem ich auch schon häufiger in Podcasts gehört hatte: “The Moth”, eine Art Poetry Slam, bei dem Freiwillige spontan wahre Geschichten zu einem vorgegebenen Thema erzählen können. Schöner Abend!

Für den folgenden Tag hatte ich mich zu einer kostenlosen Stadtführung angemeldet, für die ich schon recht früh aufstehen musste, die aber viele interessante Infos zu Seattle berichten konnte. Bis zum Abend lief ich durch die Stadt, schaute mir die Bibliothek und den “Olympic Figure Park” an, besuchte alle möglichen Läden und konnte dann sogar noch kostenlos vom “Seattle Observatory” auf die Spaceneedle hinabsehen. Am Abend besuchte ich die Premiere von “Doktor Strange” im Kino und auch wenn die Kinopreise hier horrend teuer sind, war es dennoch ein guter Film.

Dann kam auch schon der letzte Tag meines Kurzausflugs in die US. Diesmal musste ich wirklich früh los, denn ich hatte eine Tour zur Boeing-Fabrik gebucht. Nach zwei Tagen fast ohne Regen war es nun erneut nass und so machte der Besuch des Aussichtsturms neben Start- und Landebahn eher weniger Spass. Wir wurden jedoch auch in die Fabrik selber gefahren – das (nach Volumen) größte Gebäude der Welt und hier waren die Dimensionen wirklich unvorstellbar groß. Das Gebäude ist so unglaublich, dass sich, bis ein neues Lüftungssystem eingebaut wurde, im Inneren sogar Wolken und Regen gebildet haben! Das hat jedenfalls die Führerin gesagt…
Nach 40-minütiger Fahrt kamen wir wieder in Seattle an, ich packte meine Koffer und fuhr zum Bahnhof. Hier wird das Zugfahren noch ein wenig ernster genommen – inklusive Gepäckabgabe und Sicherheitshinweisen als Flyer im Sitz vor mir. Naja, wenigstens sind die Sitze größer als in Deutschland! Wie eben alles, hier in Amerika.

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