Abgetaucht!

Verrückt – kaum bin ich im Skigebiet und schon ist wieder ein Monat vergangen.

So ist das nunmal, wenn man viel erlebt und seit meinem letzten Eintrag aus Seattle hatte ich tatsächlich eine unglaublich schöne Zeit.

Angefangen hat das bereits in Vancouver, wo ich zunächst im HI-Hostel und später im Samesun bei deutlich besserer Stimmung untergekommen bin. Ich verbrachte knapp eine Woche in der Stadt, sowohl mit klassischem Sightseeing, aber auch, um mich auf die Wintersaison vorzubereiten. Der Helm und die passende Hose waren schnell aufgetrieben, nur die Skier fehlten mir noch für eine erfolgreiche Saison. Das „Rahmenprogramm“ war ebenfalls ansprechend, so besuchte ich eine Comedy-Show, einen Poetry Slam und sogar die Demokratenversammlung am Wahlabend der USA, wobei hier die Stimmung natürlich deutlich weniger gelassen war. Vancouver hat auch zum Sightseeing einiges zu bieten, besonders hat mich die „Fly Over Canada“-Attraktion angesprochen, ein simulierter Flug mit riesiger Leinwand, über das gesamte Land.

Am 10. November war es dann endlich soweit: Mit dem Greyhound Bus ging es nach Whistler. Einige Kontakte dort hatte ich mir bereits in Vancouver geknüpft, die größtenteils alle bis heute noch bestehen und ich war ziemlich aufgeregt, als die Berge endlich in Sicht kamen. Der Bus war voll mit ähnlich aussehenden Reisenden – große Koffer, teilweise Skitaschen und diese Vorfreude auf eine ganze Saison im Skigebiet.

Angekommen wurde ich daraufhin in mein Zimmer eingeteilt, bisher war ich aber der einzige in unserem Appartment. Erst am späten Abend traf ich dann Adam, meinen zukünftigen Zimmerkollegen, der wie ich als Skilehrer tätig ist. Wir teilen uns nun also ein Stockbett, während im zweiten Zimmer der Wohnung Nick, ein Australier, der noch nie auf Skiern stand, und Alistair, ebenfalls Skilehrer, übernachten. Die Atmosphäre gleicht einem Studentenwohnheim, mit weit über 1000 Mitarbeitern in 7 großen Häusern und jeden Abend ist hier irgendwo etwas los, ob „Staffparty“ der Skischule oder ein Pokerabend im Gemeinschaftsraum.

Das Beste ist aber natürlich die Lage: Gelegen direkt an der Mittelstation des Blackcomb Mountain, fahre ich auf meinen Skiern zur Arbeit und da bisher noch kaum Touristen hier sind, konnte ich schon über 15 Tage auf dem Schnee verbringen – und das noch vor Weihnachten! Dabei muss ich mich jeden Tag daran erinnern wie außerordentlich es ist, hier in Whistler, dem besten Skigebiet Nordamerikas, arbeiten zu dürfen.

 

 

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