Leaving Whistler

Die vergangenen Wochen in Whistler vergingen wirklich wie im Flug. Nachdem die Hochsaison mit 6-Tage-Woche und kaum Freizeit endlich vorbei war, hatten wir Skilehrer auch wieder mehr Zeit, selber Ski zu fahren. Das werde ich an Whistler wohl am meisten vermissen: Egal an welchem Tag, ich konnte stets jemanden finden, mit dem ich gerne Ski fahren wollte, für den auch die verrücktesten Abfahrten machbar sind und der an Tiefschneetagen auch mal später Mittag macht.
Alle meine Freunde waren echte Skifahrer und mit jedem Tag auf dem Schnee wurde der Spaß nicht weniger, sondern unser Enthusiasmus stieg sogar noch weiter an. Mittlerweile kannte ich jeden Stein mit Vornamen und in meiner Schnee-Bibel, dem “Whistler for the Advanced-Expert Guide”, gab es nur noch wenige Abfahrten, die ich abhaken musste. Jeden Abend war irgendwo etwas los und somit kam garantiert keine Langeweile auf.
Mitte März bekam ich dann sogar noch Besuch aus Deutschland und es hat mich ganz besonders gefreut, den Lebensstil, den so nur Whistler bieten kann, mit anderen zu teilen. Eine harte Woche war das aber dann auch, denn nach dem Unterricht hatte gab es keine Ausreden mehr, mich aufs Ohr zu legen. Entsprechend erschöpft war ich demnach im Anschluss, aber schon am nächsten Tag hatte ich erneut Besuch aus Deutschland.
Das war schon besonders, meine Eltern nach einem ganzen Jahr im Ausland zu sehen. Vor kurzem habe ich einen Artikel gelesen, der argumentierte, dass der schwierigste Teil des Reisens das wieder ankommen sei, denn während dort alles den gewohnten Lauf nimmt, verändert man sich selbst im Ausland ja nicht nur äusserlich. Ich war also froh, Mama und Papa in meinem neuen “Heimstadion” zu begrüßen und ihnen meine neue Welt zu zeigen.
Die Woche hatte viele Highlights, von gutem selbstgekochtem Essen, über die Abende im Whirlpool, ein ungewohnter Luxus, den ich vom Staffhousing nicht gewohnt war, bis hin zum Skifahren selbst, bei dem ich Mama auch die steileren Abhänge nicht erspart habe.
Dann stand auch schon mein letzter Arbeitstag an und ich musste schweren Herzens meine hellblaue Uniform zurückgeben. Noch einige Tage Skifahren mit Freunden, auf denen ich ein paar letze Abfahrten abhaken konnte und auch mal neue Ski ausprobiert habe. 130 Skitage, glücklicherweise ohne größere Verletzungen.
Absolutes Highlight und vielleicht der schönste Abend meines Aufenthaltes war dann vergangenen Samstag, an dem ich alle meine Freunde nochmal zusammenbringen konnte und wir nach dem Abendessen im “GLC” auch noch mit großer Gruppe feiern gingen. Es tauchten über 30 meiner neuen Bekanntschaften auf, nicht nur Skilehrer, sondern auch andere Reisende, Freunde aus der Kirche und auch meine ersten Kontakte aus Whistler. Alle meine Freunde an einem Tisch versammelt zu haben war für mich aufregend und ein gelungener Abschluss.
Nach dem Packen am Sonntag konnte ich es mir dann aber doch nicht entgehen lassen, zum zweiten “German Après”, in einem der Gemeinschaftsräume zu gehen und hier fühlte ich mich schon fast wieder ein bisschen wie zu Hause.
Sehr nostalgisch beluden wir das Auto Sonntag Morgen und machten uns zu dritt nach Vancouver auf. Der Abschied von meinen Zimmerkollegen fiel mir am schwersten, denn die drei sind mir mittlerweile nun wirklich ans Herz gewachsen.
Aber vielleicht ist es ja auch gar kein “Goodbye”, sondern vielmehr “Until next time”.

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