Surfing in Tofino

Nachdem ich Whistler verlassen hatte, ging es für mich nach Vancouver. Ich verbrachte einen schönen Nachmittag in Gastown, mit vielen kleinen Boutiquen, Shops und blendendem Wetter.
Am nächsten Morgen fuhr ich schon früh wieder los, mit dem Bus zur Fähre und dann weiter nach Nanaimo, auf Vancouver Island. In den Bergen lag noch Schnee, die Sonne schien, aber das veränderte sich natürlich, nachdem wir auf der Insel angekommen waren: Auch wenn ich es das letzte Mal nicht so weit in den Norden geschafft hatte, es heisst einfach nicht umsonst “Regenwald”.
Nach langer Busfahrt kam ich in Tofino an und traf auch direkt den ersten Landsmann in einem von Deutschen überfüllten Hostel. Allein unser Schlafsaal war ausschließlich Deutsch. Einen kleinen Spaziergang wollte ich noch unternehmen, war jedoch nach kurzer Zeit völlig durchnässt und suchte unter dem Flügel eines geparkten Wasserflugzeuges Schutz. Ich kochte mit einigen Anderen unser Abendessen und im Anschluss besuchten wir die Hallen der “Tofino Brewing Company”, eine Brauerei von der ich schon in meiner Zeit als Bierverkäufer viel gehört hatte. Lecker!
Völlig unerwartet wurde ich am nächsten Morgen von Sonnenschein geweckt, verwarf sämtliche Pläne und buchte eine Surfstunde. Einer meiner Mitbewohner begleitete mich zum Surfshop, wir wurden mit dicken Neoprenanzügen ausgestattet und dann ging es zum Strand. Nach kurzer Trockenübung stampften wir ins Wasser und bei Sonnenschein war es doch weniger kalt, als erwartet. Ich glaube, ich habe mich gar nicht so doof angestellt! Zumindest auf einigen Wellen bin ich richtig gesurft!
Einmal heiß geduscht und dann ging ich nochmal spazieren, erkundete die nächsten Strände und klimperte im Sonnenschein auf meiner Ukulele. Nach dem Abendessen saßen wir noch lange im Gemeinschaftsraum und als wir dann bei Nachtruhe verscheucht wurden ging es zur nächsten Bar und Karaoke. Ein schöner Abend.
Eigentlich hatte ich es gar nicht geplant, am nächsten Tag schon wieder surfen zu gehen, aber einer meiner Mitbewohner bot eine Mitfahrgelegenheit und ich konnte es einfach nicht sein lassen: Das Board ausgeliehen und hinein ins Wasser, heute deutlich kälter und windiger. Auch der Neoprenanzug schien heute etwas weniger zu helfen, weshalb das Vergnügen von kurzer Dauer war. Aber dennoch hatten wir viel Freude und zur Belohnung gab es einen der berühmten Burritos im Foodtruck “Tacofino” – vegetarisch, versteht sich.
Am Nachmittag klarte es ein wenig auf und ich unternahm noch eine kurze Wanderung. Wir sahen den Sonnenuntergang über dem Meer und sogar einige Tiere im Wasser – die Gemüter spalten sich über die “Waal oder Seehund”-Frage.
Fast hätte ich dann meinen Wecker verschlafen, aber heute Morgen stieg ich pünktlich in meinen Bus nach Victoria. Dort kam ich nach sechsstündiger Fahrt an und werde hier bei Freunden übernachten, die ich schon bei meinem letzten Aufenthalt kennenlernen durfte. Ich freue mich schon auf ein paar letzte schöne Tage in Kanada. Bald geht es nach Hause!

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