Die letzten Tage

Nach einer ganz schön langen Busfahrt erreichte ich endlich Victoria. Natürlich regnete es, wie könnte es auch anders sein, aber immerhin kannte ich mich dort bereits aus und erreichte bald die WG von Evelyn und Jeff, bei denen ich die nächsten zwei Nächte verbringen sollte.
Das Wiedersehen war wirklich herzlich und schnell brachten wir uns auf den aktuellen Stand, nachdem wir uns über fünf Monate nicht gesehen hatten.
Einige letzte Erledigungen hatte ich in Victoria noch vor mir, beispielsweise mein kanadisches Konto zu kündigen, aber wir verbrachten auch viel Zeit bei Freunden und somit war das Wochenende ein gelungener Abschluss meiner Reise.
Wenig überraschend wurde ich am Sonntag Morgen erneut bei Regen geweckt und war dann wirklich froh, endlich die Insel zu verlassen. Glücklich werde ich in Victoria eben trotz allem nicht. Die Überfahrt nach Vancouver lief problemlos und dann nahm mich sogar noch jemand in die Innenstadt mit. Mein letztes Abendessen in Kanada musste natürlich Poutine sein, traditionell bei Smoke’s Poutinerie und ich wurde nicht enttäuscht: Nur mein schlechtes Gewissen war natürlich allgegenwärtig.
Dann war es auch schon soweit: Zeit für die Heimreise, also aufstehen um sechs, kurzes Frühstück und dann mit der Skytrain zum Flughafen Vancouver. Die Sicherheitskontrollen verliefen schneller als gedacht und ich war gut in der Zeit für meinen Verbindungsflug nach Seattle.
Bisher habe ich gemischte Gefühle: Ich freue mich unglaublich auf Zuhause, mein Bett, guten Käse, Sprudelwasser und Bäckereien, aber ich weiss jetzt schon, dass ich Kanada vermissen werde. Es war definitiv nicht mein letzter Besuch – denn schon bei den ersten Kontakten mit Deutschen im Flugzeug vermisste ich die kanadische Offenheit und Freundlichkeit, bei der wir engstirnigen Deutschen tatsächlich noch etwas lernen könnten…
Auf jeden Fall landete ich nach einem langen Flug von Seattle sicher in Frankfurt, völlig verschlafen, aber froh von Papa direkt abgeholt zu werden. Mit dem Jetlag werde ich wohl noch einige Tage zu kämpfen haben. Erst einmal ging es jedenfalls nach Hause, wo sich doch weniger verändert hat, als man in einem Jahr annehmen würde. Der gleiche Geruch, die selben Gewohnheiten  – das Ankommen ist tatsächlich der schwerste Teil des Reisens. Gleichzeitig ist es aber auch schön ein solches Zuhause zu haben, in dem man immer willkommen ist.
Jetzt geht es erstmal an das Auspacken, aus 14kg Rucksack sind drei Taschen geworden und in meinem Zimmer muss ich erstmal Platz schaffen für meine neuen Errungenschaften – aber dafür habe ich in den nächsten Tagen ja noch ausreichend Zeit.

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